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Heimische Bio-Kartoffeln sind Klimaschützer
(17.07.2010)
Anbauverfahren und Transportwege sind entscheidend
Muss es immer der erste Spargel, die ersten Kartoffeln oder die ersten Möhren sein? Ganzjährig verfügbare Bio-Produkte und stark ausgeweitete Sortimente haben den Import von Bio-Produkten in den letzten Jahren mehr und mehr zur Selbstverständlichkeit gemacht.
Auch zu Zeiten, in denen die Produkte heimischer Bio-Erzeuger noch am Markt verfügbar sind. Aus Sicht der deutschen Bio-Bauern ist dies ein Ärgernis. Und in Anbetracht von Geschmack, Klimaschutz und wachsendem Bewusstsein für regionale Produkte durchaus fraglich.
Die Berechnung der Klimabilanzen von Bio-Kartoffeln aus verschiedenen Ländern wurde von der AGRA-TEG durchgeführt. Die Firma, die das System „Stop-Climate-Change“ entwickelt hat, ist eine Ausgründung der Universität Göttingen. Das Fazit der Berechnungen, das im Grundsatz auch für Bio-Möhren gilt, lässt sich so zusammenfassen:
• Im April auf den Markt gebrachte heimische Bio-Kartoffeln haben trotz Lagerung eine bessere Treibhausgasbilanz als israelische oder spanische Ware. Und dies, obwohl in den Berechnungen mit der Maschinenkühlung die energieaufwändigste Lagervariante
unterstellt wurde.
• Die höheren CO2-Belastungen der Import-Kartoffeln sind vor allem durch die längeren
Transportwege per LKW und Schiff bedingt. Durch die Transporte werden die Emissionen
für die längere Lagerung der deutschen Bio-Kartoffeln überkompensiert.
• In Spanien und ganz besonders in Israel entstehen Treibhausgasemissionen durch die für den Bio-Kartoffelanbau erforderliche hohe Bewässerung. Aufgrund dessen schneiden die in Israel angebauten Bio-Kartoffeln insgesamt mit der höchsten CO2-Belastung ab.



